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Geheimdienstliches Grand Hotel

Autor: Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 25.10.2015

An der Wiener Ringstraße eröffnete das "Grand Ferdinand" in einem geschichtsträchtigen Haus.

Der Rooftop-Pool in der Grand Etage. © Grand Ferdinand Eingang zum "Grand Ferdinand". © Grand Ferdinand Ein "Standard Plus"-Zimmer. © Grand Ferdinand Das Restaurant an der Ringstraße. © Grand Ferdinand Ein wenig Grün im Innenhof. © Grand Ferdinand

Die Wiener Ringstraße - ein Prachtboulevard mit einigen der bekanntesten Gebäuden der Republik von der Oper über das Burgtheater bis hin zum Parlament. Dazwischen herrschaftliche Palais, erholsame Grünflächen und natürlich eine Reihe imposanter Hotels. Vor kurzem haben "Imperial", "Bristol", "Kempinski" & Co. Zuwachs bekommen: Die Grazer Hotelierfamilie Weitzer hat am Schubertring 10-12 schräg gegenüber vom "Ritz-Carlton" ihr "Grand Ferdinand" eröffnet.

Das in den 1950er Jahren erbaute Gebäude, welches das neue Grand Hotel beherbergt, ist zwar von außen nicht ganz so elegant, ehrwürdig und alt wie die benachbarten Ringstraßenbauten - trotzdem ist es ein Haus mit Geschichte. Nachdem es von den Veitscher Magnesitwerken als Verwaltungssitz verwendet wurde, diente es einem der österreichischen Geheimdienste - dem Bundesamt Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung - über lange Zeit als Zentrale. Nach der Übersiedlung der Agenten stand das Haus einige Jahre leer und verkam - "DerStandard" schrieb gar von einem "Schandfleck auf der Prunkmeile".

Mittlerweile ist die Fassade des Hauses zwar immer noch recht grau, der Inhalt hat sich aber deutlich zum Positiven gewandelt. Nach einer fast vollständigen Entkernung kann das "Grand Ferdinand" nicht nur mit 188 Zimmern - darunter auch vier Suiten und eine Grand Suite - aufwarten, sondern auch mit einer Reihe origineller Details. In den Zimmern sollen nostalgisch geschwungene Betthäupter und Chaiselounges das "Grand" fühlen lassen, dunkle Holzböden runden in Kontrast zu anthrazitfarbenen Wänden und weißem Mobiliar sowie spezielle Champagnerbars die elegant inszenierte Ausstattung ab. Interessante Extras wie Lichtschalter aus Keramik oder Duschwände aus Glasbausteinen werden als Reminiszenz an die Entstehungszeit des Gebäudes gesehen.

Was wäre ein Grand Hotel ohne die entsprechende kulinarische Hotspots? Hier gibt es derer drei. Das "Grand Ferdinand Restaurant" lädt mit seinen raumhohen Fenstern zum Ring auch die Wienerinnen und Wiener ein, seine altösterreichische Küche zu genießen. Diese wird in dem von handgefertigten Lobmeyer Lustern, Thonetstühlen und eleganten Zementfliesen umrahmten Ambiente stilvoll auf Porzellan mit Goldrand serviert. Die schnelle Wiener Küche vom Würstel bis zur Leberkässemmel, aber auch ein traditionelles Gulasch, genießt man zum Ein- und Ausklang langer Nächte im angrenzenden Restaurant "Gulasch & Champagne" - empfehlenswert auch für jedermanns kleinen Hunger zwischen 11.00 und 00.30 Uhr.

Der dritte kulinarische Hotspot, die "Grand Étage" ist zweifellos eines der Highlights des Hotels. Diese verspricht allerdings leider ausschließlich Hotelgästen und deren Besuchern ein Gesamterlebnis inklusive Rooftop Pool und einer wahrhaft grandiosen Aussicht über Wien.

Auch weitere Details des Hotels, die wohl erst bei genauerem Hinschauen erkennbar sein werden, dürften so manche Gäste erfreuen. So wurde im Innenhof eine kliene grüne Oase gestalter, im denkmalgeschützten Entrée wird der prachtvolle Luster per Lift gesenkt, um seine echten Kerzen anzuzünden. Ähnlich stilvoll gestaltet sich auch die Ausfahrt mit dem Maserati oder Jaguar aus dem hauseigenen Fuhrpark.

Das neue "Grand Ferdinand" ist sicher kein klassisches Wiener Ringstraßenhotel - wenn das "etwas andere" Konzept genauso wie jenes des beliebten Schwesterhotels "Daniel" beim Hauptbahnhof funktioniert, muss man sich um den Erfolg allerdings wohl keine allzu großen Sorgen machen.

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