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Nach Nächtigungsminus: Hoteliers wollen Aktionen sehen

Veröffentlicht am 27.05.2014

Mehr Werbung, weniger Belastungen, Visa-Erleichterungen werden von der ÖHV gefordert.

Michaela Reitterer und Gregor Hoch. © Flo Lechner

Keine rundum erfreuliche Bilanz konnte der österreichische Tourismus im abgelaufenen Winter verbuchen: Um 1,7 Prozent ist die Zahl der Nächtigungen zurückgegangen. Für die Sommersaison will die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) gegensteuern. "Da brauchen wir eine Kehrtwende. Wir brauchen mehr Werbung und weniger Belastungen", so die beiden Präsidenten Michaela Reitterer und Gregor Hoch.

Untermauert wird diese Forderung durch eine Umfrage unter Österreichs Top-Hotellerie. Knapp jeder zweite Befragte gab an, die Wintersaison sei schlechter als erwartet verlaufen. Erfreulicher scheint hingegen der Ausblick für den Sommer: Mehr als 40 Prozent gehen von Nächtigungssteigerungen gegenüber dem Sommer des Jahrhunderthochwassers aus.

Die vom Institut für Höhere Studien (IHS) beim ÖHV-Hotelierkongress prognostizierten Rückgänge aus Deutschland sind (zumal keine Gegenmaßnahmen gesetzt wurden) eingetreten - und die Gäste, die kommen, geben weniger aus. Auch aus anderen wichtigen Märkten, den Niederlanden, Großbritannien und Italien verzeichnet Österreich Rückgänge. "Intelligent gegensteuern heißt, Nachfrage aus zahlungskräftigen Märkten ankurbeln", so Reitterer. Der Schlüssel zur höheren Wertschöpfung liege in der Internationalisierung, die auch im Tourismusbericht des Wirtschaftsministeriums gefordert wird.

Auch aus Russland und der Ukraine wurden Rückgänge verzeichnet. "Wir müssen diese Nachfragelücken rasch füllen, sonst passiert das wieder über den Preis. Diese Stagnation dokumentiert der Tourismusbericht des Wirtschaftsministeriums für die vergangenen Jahre und sie schadet ganzen Regionen. Die müssen wir beenden", so Hoch. Neben mehr Mitteln für die Internationalisierung fordert die ÖHV Visa-Erleichterungen und mehr Direktflüge in den arabischen Raum.

"Das ist aber nur eine Schraube, an der wir drehen müssen. Die Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden, der Einstiegsteuersatz muss runter. Die im Budget vorgesehene Senkung um 0,2 Prozent ist ein Tropfen auf dem heißen Stein", erklärt Reitterer. Angesichts der Arbeitslosigkeit und der prognostizierten Entwicklung müsse gehandelt werden.

Mit einem Plus von 4.000 Arbeitsplätzen hat der Tourismus im Vorjahr mehr Jobs geschaffen als jede andere Branche. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl um 25 Prozent (in der Gesamtwirtschaft um 10 Prozent). Österreichweit beschäftigt der Tourismus 230.000 Mitarbeiter.

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