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Produkt-Check: Condor Business Class

Autor: Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 12.10.2014

ReiseInsider sah sich die neue Premiumklasse der deutschen Holiday-Airline auf der Langstrecke an.

Der neue Business-Class-Sitz von Condor. © Condor Die Sitze sind in einer 2-2-2-Konfiguration eingebaut. © Martin Metzenbauer Kulinarik wird großgeschrieben - hier ein typisches Vorspeisenarrangement. © Martin Metzenbauer Ebenfalls sehr lecker: Dessert a la Condor © Martin Metzenbauer Condor betreibt 12 Langstreckenflugzeuge des Typs Boeing 767. © Martin Metzenbauer

Sommer, Sonne, Meer gehören mit Sicherheit zu den Top-Wünschen, die ein Urlauber an die schönste Zeit des Jahres hat. Bevor man allerdings im Hotel ankommt und je nach Lust und Laune Action oder Erholung (hoffentlich) findet, verliert so mancher den Spaß bereits bei der Anreise. Eingepfercht in einen der typischen Charterbomber mit Minimalabstand zum Vordermann, als „Bordmahlzeit“ vielleicht gerade mal ein Sandwich, das diesen Namen aber oft gar nicht verdient.

Kein Wunder, dass so manchem Touristen in spe die Freude an der Flug-Anreise schon bei der Buchung vergeht. Glück, dass manche Airline auf diese Unzufriedenheit reagiert und das Bordprodukt an jene Klientel angepasst hat, die gerne etwas mehr bezahlt und dafür auch ein angenehmeres Flugerlebnis erhält.

Die deutsche Condor – eine der bekanntesten Ferienfluggesellschaften Europas – ist auf der Kurzstrecke mit einer Zwei- und auf der Langstrecke sogar mit einer Dreiklassenbestuhlung unterwegs. Kommt auf den mit Narrowbodies bedienten Routen eine "Premium Economy Class" zum Einsatz, die vom Produkt an die Business Class im Europaverkehr erinnert (z.B. freier Mittelsitz, kostenfreie Menüs), wurde auf den Boeing 767 das Produkt grundlegend verändert. Neben der klassischen Economy Class mit einer 2-3-2-Bestuhlung wurde zum einen eine Premium-Economy mit verbessertem Service und mehr Sitzabstand eingebaut. Zum anderen wurde aber auch die bisherige „Comfort Class“ durch eine „echte“ Business Class ersetzt. ReiseInsider hatte auf Einladung von Condor die Möglichkeit, dieses neue Bordprodukt auf einem Transatlantikflug zu testen.

Bequemlichkeit vom Check In bis zur Landung
Was dem Geschäftsreisenden das Flugleben leichter macht, versüßt auch dem Leisure-Traveller den Einstieg in den Urlaub. Statt sich an den oftmals langen Reihen vor den Check-In-Schaltern anzustellen kann man rasch und unkompliziert an eigenen Countern sein Gepäck (übrigens mit einer höheren Freigepäcksgrenze als in der Economy Class) abgeben. Danach stehen auf vielen Condor-Airports Lounges zur Verfügung, um vor dem Abflug noch relaxed Zeit zu verbringen.

Condor ist mit mehreren verschiedenen Kabinenkonfigurationen auf der Boeing 767 unterwegs. In der kleinsten Variante gibt es lediglich drei Reihen mit jeweils sechs Sitzen – damit Platz für maximal 18 Passagiere. In der größten Version passen 30 Fluggäste in die Business Class. Die Sitze sind in einer 2-2-2-Konfiguration eingebaut, sodass jeder Passagier entweder am Gang oder am Fenster Platz nehmen kann – die unbeliebten Mittelsitze fallen hier weg.

Der Sitz selbst spielt (fast) alle „Stückerln“, wie man sie auch von zeitgemäßen Produkten von Linienfluggesellschaften kennt. So lässt er sich per Knopfdruck in diverse Sitz-, Relax- und Liegestellungen bewegen. Ausgestreckt wird die Liegefläche mehr als 180cm lang, allerdings ist der Winkel nicht vollkommen flach – man muss bei Condor mit (im Praxistest vollkommen ausreichenden) 170 Grad Vorlieb nehmen. Ansonsten bietet der Sitz einen USB-Anschluss, einen 15-Zoll-Monitor, der mittels Berührung oder einer Fernbedienung gesteuert wird. Eine Leseleuchte und diverse Ablagen runden das Sitzerlebnis ab. Und wie in der Business Class anderer Airlines gibt es hier freilich auch ein Amenity-Kit mit den üblichen Utensilien.

Condor verwendet beim Unterhaltungssystem das gleiche Produkt wie Austrian Airlines auf der Langstreckenflotte. Ein reichhaltiges On-Demand-Film- und Musik-Programm lässt auch eine längere Reise „wie im Flug“ vergehen. Auch die Kopfhörer sind von einer sehr guten Qualität und schirmen die Umgebungsgeräusche gut ab. Kulinarisch setzt Condor in der Business Class für Ferienflüge einen Standard, der von der Konkurrenz nicht so leicht erreicht wird. Die Menüabfolge auf unserem Testflug wartete mit mehreren Gängen auf – darunter waren beispielsweise marinierte Flusskrebse an süßsaurem Gurkensalat, eine gebratene Lachsforelle mit Kokos-Zitronensauce oder ein Amaretto-Mascarpone-Törtchen mit karamellisierten Früchten zu finden. Vor der Landung wurde noch ein ebenso köstlicher kleiner Imbiss serviert.

Neben den Mahlzeiten kann sich aber auch der Weinkeller an Bord sehen lassen. Drei ausgesuchte Rot- und ebenso viele Weißweine fanden sich im Flugzeug – genauso wie Champagner und Cava. Eine veritable Auswahl an Softdrinks, Tees, Aperitifs und Digestifs komplettierten das Angebot. Interessant: Obwohl es sich um eine deutsche Airline handelt, wurde nur eine Sorte Bier angeboten. Das Service durch die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter gestaltete sich professionell, sehr zuvorkommend und freundlich.

Ab Österreich kann man die Langstrecken-Business-Class von Condor trotz der Nonstop-Flügen nach Varadero und Punta Cana leider nicht genießen, da hierbei Flugzeuge von Partner Thomas Cook Airlines UK eingesetzt werden, die nicht über eine Business Class verfügen. Die Condor-Ziele können aber mit kurzen Zuflügen via Deutschland gebucht werden. Die Kosten für ein Business-Class-Ticket liegen zwar deutlich über den billigsten Eco-Tarifen, sind aber doch oft günstiger als vergleichbare Tarife bei klassischen Linienfluggesellschaften.

Fazit
Condor ist mit ihrer neuen Langstrecken-Business-Class ein sehr gutes Produkt und für gerade für den Ferienflugsektor ein wirklich „großer Wurf“ gelungen. Die neue Klasse braucht auch den Vergleich mit so mancher Linienfluggesellschaft nicht zu scheuen. Zwar findet man sicher auch hier das Haar in der Suppe – so ist der Sitz bei anderen Airlines vielleicht etwas länger und lässt sich komplett eben konfigurieren. Das „Gesamtpaket“ mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt allerdings auf ganzer Linie.

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