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Swiss stellt neuen Flugzeugtypen vor

Autor: Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 08.07.2016

Der Regionaljet CSeries feiert bei der Schweizer Airline Premiere. ReiseInsider testete das neu entwickelte Flugzeugmodell aus Passagiersicht.

Die CSeries - eine elegante Erscheinung. © Martin Metzenbauer Innovative und schlanke Sitze. © Martin Metzenbauer Ausreichender Sitzabstand an Bord des Regionaljets. © Martin Metzenbauer Die Sitze sind in einer 2-3-Konfiguration angeordnet. © Martin Metzenbauer Große Fenster lassen viel Tageslicht in die Kabine gelangen. © Martin Metzenbauer Der kleine Monitor am Infopanel. © Martin Metzenbauer

Wenn sich eine Airline für ein komplett neu entwickeltes Flugzeugmuster entscheidet, ergeben sich viele Chancen - aber wohl mindestens ebenso viele Risiken. Zu letzteren zählen die oft jahrelangen Verzögerungen, die bei solchen Projekten fast schon normal sind. Auch auf die neuen Bombardier CSeries-Regionaljets musste Swiss mehrere Jahre warten - vor kurzem war es allerdings so weit: Die Schweizer konnten ihr erstes Exemplar des 125 Passagiere fassenden Flugzeuges übernehmen - und sind bislang offenbar sehr "happy" mit dem Neuzugang, bei dessen Entwicklung die Airline ihre Wünsche und Ideen einbringen konnte. ReiseInsider hatte die Möglichkeit, den allerersten Passagierflug zu begleiten und den Jet aus Fluggastsicht zu checken.

Betrachtet man das zweifellos sehr elegante Flugzeug von außen, fallen einem bei genauerem Hinschauen die recht großen Triebwerke auf, die unter den Tragflächen angebracht sind. Diese Getriebefan-Engines sollen auch einen guten Teil des wirtschaftlichen Erfolges und auch des Passagierkomforts ausmachen. Sie sind nämlich nicht nur leiser als ältere Muster - sie verbrauchen auch weniger Treibstoff, erzeugen weniger Emissionen und sind damit freundlicher zur Umwelt und natürlich auch zur Brieftasche der Fluglinie.

In der Tat sind die Triebwerke in der Kabine nur recht dezent wahrnehmbar - der Geräuschpegel der Klimaanlage fällt mitunter lauter aus als jener der beiden Motoren aus dem Hause Pratt & Whitney. Ängstlichen Gemüter seien aber darauf vorbereitet, dass die Engines beim Anlassen und auch beim Hochfahren vor dem Startlauf recht ungewohnte Geräusche machen. Für die technisch Interessierten: Dies liegt an der Getriebeübersetzung und den unterschiedlichen Drehzahlen der Hochdruckturbine und der großen von vorne sichtbaren Triebwerkschaufel.

Wenn man das Flugzeug betritt, fällt einem gleich einmal auf, dass es in der Kabine deutlich heller ist als bei anderen Mustern. Das liegt daran, dass die Abstände der enger und die Fenster selbst auch größer als bei den meisten Modellen der Konkurrenz sind: Dadurch gelangt mehr Licht herein, das Interieur wirkt damit gleich viel freundlicher.

Bevor man Platz nimmt, möchte man in der Regel zuerst sein Handgepäck verstauen - das gestaltet sich ob der vielen Trolleys und Taschen der Mitreisenden oft schwierig. Um dies zu vermeiden, hat der Hersteller Bombardier die Gepäcksfächer ebenfalls recht innovativ gestaltet, spdass sie erstens mehr Platz bieten und zweitens besser erreicht werden können.

Die Sitze selbst sind eine Entwicklung des deutschen Produzenten ZIM Flugsitz. Sie sind leicht und haben eine schmale Sitzlehne - wie man es eben von aktuellen Modellen gewohnt ist. Bei der Entwicklung hat man besonderes Augenmerk auf den Passagierkomfort und einen größeren "Living Space" gelegt. So sind die Klapptische nicht wie üblich an zwei seitlichen Gelenken sondern nur noch in der Mitte an der Rückenlehne des Vordersitzes befestigt - das schafft mehr Platz für die Beine. Die Literaturtasche befindet sich oben, weiter unten sind zwei kleine Halterungen beispielsweise für Wasserflaschen oder das Handy angebracht. Im Praxistest zeigte sich der Sitz trotz des objektiv recht engen Sitzabstandes von 30 Inches subjektiv recht bequem und durch das Design auch für Menschen mit längeren Beinen nicht unkomfortabel.

Und noch eine Besonderheit findet man an Bord der CSeries-Kabine bei Swiss: Vorne über jeder Reihe wurde ein kleiner Monitor montiert, der beispielsweise für Informationen oder die bekannte Kartenansicht genutzt wird. Daneben wurde ein fixes Rauchverbotsschild angebracht, das übliche Anschnallzeichen wurde durch ein Symbol ergänzt, welches daran erinnert, die Funkfunktion mobiler Endgeräte abzuschalten.

Fazit
Swiss wird den neuen Regionaljet auf mehr und mehr Strecken ab Zürich einsetzen, wo er den in die Jahre gekommenen Avro-Flugzeuge ersetzen wird. Passagiere dürfen sich über ein komfortables, modernes Flugzeug freuen, das mit eine Reihe von Innovationen und interessanten Features punktet. Den ReiseInsider-Praxistest hat es auf jeden Fall mit Bravour bestanden!

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