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Test: Business Class von Qatar Airways

Autor: Susanne Dreier-Phan Quoc.  Veröffentlicht am 21.09.2014

ReiseInsider unterzog die Premium-Klasse an Bord des Dreamliners einem Praxis-Check.

Good Vibrations in der Business Class des Qatar Airways Dreamliners. © Qatar Airways Schmeckt nicht - gibt´s hier wirklich nicht. © Susanne Dreier-Phan Quoc Der Sitz lässt sich zu einem mehr als zwei Meter langen Bett verwandeln. © Qatar Airways

Seit 2013 hat Qatar Airways die Boeing 787 als Flagship in ihrer Flotte. Und seit 1. September 2014 fliegt die Airline auch täglich von Wien nach Doha und erhöht damit die Kapazität um 92 Prozent. Der Bedarf ist da, denn Österreich hat sich gerade in den letzten zehn Jahren zu einem beliebten Reiseziel von Touristen aus den Golfstaaten entwickelt. Da auch umgekehrt Doha als internationaler Business-Hub und Luxus-Destination für Leisure-Tourismus ausgebaut wird, ist eine hohe Auslastung in beide Richtungen zu erwarten. Der Start war jedenfalls sehr erfolgreich, sagte PR Sprecherin Lisa Galal-Delaney.

Qatar Airways hat bereits 14 weitere Dreamliner bei Boeing bestellt. Vor kurzem hat die Fluglinie auch den ersten Airbus A380 erhalten – das „Wettrüsten“ mit Emirates geht also in die nächste Runde. Den „Super-Jumbo“ von Qatar wird man allerdings in Wien nicht so bald finden – bekanntlich ist ja der Flughafen nicht für die reguläre Abfertigung des A380 ausgerichtet.

Der Dreamliner wird jedenfalls als weiterer Schritt gesehen, Qatar Airways international als global agierende Fünf-Stern Fluglinie zu etablieren - mit Doha als Hub mit Flügen zu mehr als 140 Destinationen weltweit.

CEO Akbar Al Baker, der seit 1997 im Auftrag des Emirs von Katar die vorher nur als kleine lokale Flugline agierende Qatar Airlines leitet, setzt auch bei den beiden neuesten Flugzeugmustern konsequent seine persönliche Vision einer Luxusfluglinie um. Er weiß offenbar genau, was er will - und von den Kopfbedeckung der Stewardessen bis hin zu den Echtblumengestecken an Bord wird nichts dem Zufall überlassen.  Die vielen seither gewonnenen Awards geben Al Baker durchaus recht in seiner Strategie der Superlative - er spricht auch sehr gerne von „Ultra-Luxusklasse“, was sich auch in den diversen Awards wiederspiegelt.

Wie fühlt sich also ein solches „Fünf-Sterne-Flugerlebnis“ in der Business Class des Dreamliners an? Wir durften das auf Einladung von Qatar Airways und der Qatar Tourism Authority auf einer Reise von Wien nach Doha und zurück testen.

Der Luxus beginnt schon beim Check-In: Es gibt keine Wartezeiten, man trinkt in der ruhigen Business Lounge (wie das allerdings am Flughafen Hamad in Doha abläuft, ist uns einen eigenen Artikel wert) einen Kaffee und wird dann an Bord persönlich willkommen geheißen und zum Platz geführt. Als Begrüßungsdrink werden Champagner oder die populäre Nana-Limetten-Limonade gereicht. Willkommen in einer anderen Welt!

Auf den - flachgelegt - über zwei Meter langen und 76cm breiten Sitzen der Business Class kann man sich rund um die Uhr Menüs servieren lassen, die von vier internationalen Haubenköchen kreiert wurden. Der Schwerpunkt liegt auf der indischen und arabischen Küche (Veg/Chicken/Fish/Lamb, selbstverständlich halal zertifiziert), und aus einer, bereits mit dem "Cellars in the Sky Award" prämierten Weinkarte wählen. Unser Tipp: Shiraz „St. Hallet“ aus Australien, passt bestens zu Lamm. Auch frischgepresste Säfte, exotische Früchte und Pralinen des Partners „Godiva“ sind im Programm. Und natürlich Champagner: Klassisch „blanc“ oder „rose“.

Die – wie man sich erzählt- teilweise von Akbar Al Baker persönlich international gecasteten Flugbegleiterinnen sprechen mindestens drei Sprachen fließend und nennen jeden Passagier beim Namen. Speisen und Getränke werden einzeln (daher nicht aus dem Trolley) serviert und man spürt die Rundum-Fürsorge des gut geschulten Personals. Für 22 Passagiere standen fünf (!) Flugbegleiterinnen zur Verfügung. Zum Ramadan werden übrigens Spezialspeisen angeboten. Auch sonst zeigt die Fluglinie gerne ihre islamische Seite.

Das – etwas aufdringliche - Duftdesign im Dreamliner stammt standesgemäß von Salvatore Ferragamo, und mit  einem 17 Zoll Touchscreen Monitor sowie einem Second Screen in Form eines Handheld Devices kann sich auch das Versprechen von 1000 Entertainment Möglichkeiten ausgehen.

Wer sich trotzdem langweilt, kann auch im bordeigenen (allerdings kostenpflichtigen) WLAN surfen und mit zuhause chatten oder telefonieren, während er Film schaut und am Handheld 3D-Tetris spielt. Die Entschuldigungen, auf einem Business Trip mit dem Dreamliner nicht arbeiten zu können, entfallen übrigens, denn mittels USB-Anschluss kann man sogar Skype-Calls vom Handy auf den großen Monitor übertragen.

Der geräumige Bereich der Business Class wirkt durch die speziell gewölbte Decke und die geraden Seitenwände höher und großzügiger, als man gewohnt ist, was man vor allem beim Aufstehen merkt.  Ebenso ist die gute Schalldämpfung zu spüren, die Atmosphäre an Bord ist feierlich-ruhig und sehr entspannt.

Die Business Class bietet 22 Personen in einer 1-2-1 Bestuhlung Platz, die Gänge sind so breit, dass man problemlos aneinander vorbei gehen kann. Im Raum zur Economy Class hin gibt es in Form einer Art „Stehbar“ einen Begegnungsbereich. Hier kann man entspannt mit den anderen Passagieren ins Gespräch kommen.

Auch das Licht wurde durchdesigned. Das Vollspektrum-LED-Beleuchtungssystem erzeugt mit seiner Farbenvielfalt verschiedene Lichtstimmungen, die es erleichtern sollen, sich an andere Zeitzonen zu gewöhnen. In fünf Stunden konnte das nicht wirklich überprüft werden, das Licht ist allerdings sehr angenehm und beruhigend, hie und da sind die sanften Rottöne eventuell etwas kitschig. Auch die zwei relativ großen Fenster beim Sitz können in fünf Modi individuell geregelt werden. Von Morgengrauen über Abendröte bis hin zu Nacht ist so diejenige Stimmung möglich, die gerade dem persönlichen Biorhythmus entspricht.

Den verschlagenen Ohren beim Fliegen wird mit  geringerem Kabinendruck gegengewirkt ebenso wurde das Kabinenklima durch erhöhte Luftfeuchtigkeit verbessert. Falls das keine Wirkung zeigt - wie bei der Autorin - hat man dann auch noch Moisturizer und Lip Balm von Ferragamo oder man holt sich noch eine Pralinenschachtel von Godiva...

Die eiförmigen Sitze besitzen alle direkten Zugang zum Gang und sind ergonomisch dahingehend optimiert, dass die Teile einzeln elektronisch steuer- und veränderbar ist. Es empfiehlt sich allerdings, eine der vier Default-Positionen (essen, chillen, schlafen, sitzen) zu nutzen, da es sich sonst etwas kompliziert gestaltet, eine wirklich bequeme Position zu finden. Unter den Armstützen sind Fächer angebracht, und auch rund um den Sitz gibt es allerlei Flächen, sodass man sich gemütlich einrichten kann.Umwelttechnisch ist zu betonen, dass der Dreamliner 20 Prozent weniger Kerosin benötigt und 20 Prozent weniger CO2 ausstößt als ältere Flugzeuge seiner Klasse. Außerdem trägt er zu einer deutlich geringeren Lärmbelastung bei  - was man eben auch an Bord merkt.

Alles in allem ist die Reise in der Business Class des Dreamliners von Qatar Airwys eine mehr als gelungene Einstimmung für den Besuch im Emirat Katar und nimmt alles vorweg, wofür das Land steht: Stolze islamische Identität, perfekte Gastfreundschaft und visionäre High-End-Technologie - gepaart mit Komfort und Luxus.

Übrigens ist je Person ein mitreisender Falke erlaubt*

Factsheet Business Class:

  • Sitzkonfiguration: 1-2-1
  • Bettlänge: 203,2 cm
  • Bettbreite: 76,2 cm
  • Kapazität: 22 Passagiere
  • Persönlicher TV-Bildschirm: 17 Zoll
  • LED Leseleuchte
  • Steckdose
  • USB-Anschluss
  • iPort
  • Audio/Videoprogramme
  • Touchscreen Bedienung
  • Internetzugang
  • Elektronisch dimmbare Fenster

* Falken sind nur in der Economy Class zugelassen und müssen die gesamte Reise über eine Haube tragen. Jeder Fluggast darf auf dem Flug nur einen Falken mit sich führen. Eine Kette oder ein Band muss an einem Fuß des Vogels befestigt und fest mit dem Fluggast verbunden sein, um den Vogel am Fliegen zu hindern. In der Passagierkabine des Flugzeugs sind maximal sechs Vögel erlaubt.

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