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Der Sonne entgegen

Veröffentlicht am 10.10.2021

Mehr als drei Jahrzehnte nach Erstausstrahlung der Fernsehserie findet man an der kroatischen Küste die speziellen Orte, die touristisch noch nicht überlaufen sind.

Kroatien mit seinen vielen Facetten. © Martin Dichler Wunderschönes, blaues Meer. © Martin Dichler Sonnenuntergang an der kroatischen Küste. © Martin Dichler Jablanac. © Martin Dichler  © Martin Dichler

Die etwas älteren Semester unter uns können sich vielleicht noch an die deutsch-österreichische Fernsehserie "Der Sonne entgegen" erinnern? Die beliebte Seifenoper handelte von vier Aussteigern, die Mitte der 1980er Jahre ihr Glück in einem kleinen Fischerdorf an der Küste Kroatiens suchten. Bekannte Schauspieler wie Towje Kleiner, Heinz Petters, Josef Meinrad oder Erwin Steinhauer verkörperten nicht nur Menschen wie du und ich, sondern auch deren Träume und Sehnsüchte.

Szenenwechsel: Ich sitze auf der Terrasse meines Apartments (www.arcaadriatica.com) und genieße bei einem Glas Rotwein einen spektakulären Sonnenuntergang. Im Geheimen frage ich mich: Was benötigt der Mensch mehr, um glücklich zu sein? Und denke dabei wieder an die berühmte Fernsehserie der achtziger Jahre.

Lieber klein aber fein
Sehnsüchte und der Wunsch nach einem Ortswechsel sind auch bei mir der ständige Antrieb für neue Reisen. Es ist Anfang September, die meisten Touristen haben Kroatien wieder verlassen und wie Cedo Maricic - mein Apartmentvermieter - meint, ist jetzt die beste Reisezeit um das Land zu erkunden. Ich befinde mich in Svet Juraj, einem kleinen Fischerort das am Fuße des Velebit Gebirges rund 10 Kilometer südlich von Senj liegt. Auf rund 1.000 Meter erhebt sich das Gebirge hinter mir, während die Bora ständig frisches Meerwasser in die Bucht spült. Die Natur dankt es mit einer unglaublichen Artenvielfalt an Meerestieren und einem glasklaren Wasser.

Das rund 900 Einwohner zählende Dorf lebt wie fast alle Gemeinden vom Tourismus. Zahlreiche Ferienwohnungen werden während des ganzen Jahres über zur Vermietung angeboten. Ein kleiner Shop mit Dingen des täglichen Bedarfes, eine Bäckerei, ein Kiosk und drei Lokale, die mit regionalen kulinarischen Spezialitäten Kroatiens aufwarten, sind die bescheidene touristische Infrastruktur des Ortes. Im Hafen liegen zahlreiche Fischerboote, wenn man rechtzeitig genug aufsteht, kann man den Fischern sogar noch bei ihrer Arbeit zusehen. Wer Action und Abenteuer sucht, ist hier falsch aufgehoben und das ist auch gut so. Sveti Juraj ist ein Ort der Ruhe und Erholung und diese Ruhe findet man dann tatsächlich auf den zahlreichen Kieselstränden.

Meine "Villa Adriatica", in der ich für die nächsten vier Tage residiere und von der aus ich die Region erkunde, hat alles, was man für einen komfortablen Aufenthalt benötigt. Ich habe mich für ein 85 Quadratmeter großes Apartment mit zwei Schlafzimmern samt Balkonen, einer voll ausgestatteten Küche, einem großen Wohnzimmer und einer riesigen Terrasse entschieden. Das Meer liegt mir von der Terrasse aus zu Füßen. Welch ein herrlicher Anblick!

Täglich komme ich mit meinen Gastgeber Cedo, der selbst einige Jahrzehnte lang als Facility Manager auf einem Kreuzfahrtschiff rund um die Welt gesegelt ist, ins Gespräch. Bei diesen Unterhaltungen über "Gott und die Welt" fühle ich mich wieder in die Fernsehserie von damals versetzt. Marketing und Werbeexperten können zwar ein Image für einen Urlaubsort oder eine Region kreieren. Tatsächlich sind es aber Momente wie dieser, die mich auch zukünftig an einen Urlaubort zurückkehren lassen.

Ruhig und beschaulich
Die Auswahl an Destinationen und Übernachtungsmöglichkeiten entlang der 1.777 Kilometer langen kroatischen Adriaküste ist gewaltig. Bei den Österreichern besonders beliebt ist natürlich die Region rund um Pula, Rijeka und der Insel Krk, alles zusammen Destinationen, die mit dem Pkw innerhalb weniger Stunden erreichbar sind. Wer die dicht besiedelten Touristenorte meiden möchte, sollte ab Rijeka noch rund 60 Kilometer weiter die Kvarner Bucht entlang in Richtung Süden fahren. In der Region rund um das Küstenstädtchen Senj, dass zu den ältesten Städten der Adria gehört, erstreckt sich das eindrucksvolle Kapelagebirge. Fährt man die E65 von Senj noch weiter in Richtung Süden, werden die Abstände zwischen den kleinen Orten immer größer und die touristische Infrastruktur immer geringer.

Wer sich überraschen lassen möchte, biegt einfach von der Hauptstraße ab und erkundet die vielen Abzweigungen die hinunter zum Meer führen. Kleine verwinkelte Küstenstraßen (Achtung - zumeist ohne Leitplanken!) führen von der Anhöhe auf der sich die E65 befindet in so romantische Fischerorte wie Lukovo, Starigrad oder Jablanac mit seiner berühmten Bucht von Zavratnica. Die durchaus anspruchsvolle Anfahrt zu den genannten Orten wird immer mit einer spektakulären Aussicht belohnt.

Auch noch 35 Jahre nach Erstausstrahlung der Fernsehserie findet man an der kroatischen Küste die ruhigen beschaulichen Flecken Erde, von denen viele Menschen wie ich träumen.

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