hills left
hills right

Nahost-Krise: Tausende Kreuzfahrtgäste sitzen fest

Erstellt von Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 02.03.2026

Flughäfen in der Region geschlossen - Rückreise kaum möglich.

Die Mein Schiff 4 liegt derzeit in Abu Dhabi. © ReiseInsider

Während des europäischen Winters stellt die Golfregion eine der gefragtesten Cruise-Destinationen dar: Angenehme Temperaturen, eine überschaubar lange Anreise und abwechslungsreiche Ziele sind grundsätzlich die Zutaten einer erfolgreichen Kreuzfahrt.

Dass die geopolitische Situation Reiseplänen einen Strich durch die Rechnung machen kann, spielt bei der Buchung für viele Reisende wohl kaum eine Rolle - Dubai, Doha & Co. galten bislang als stabile "Safe Havens" in der Region. Genau das hat sich jedoch seit dem vergangenen Wochenende geändert: Der Iran hat nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen mehrere Anrainerstaaten mit Raketen und Drohnen beschossen.

Die Folgen dieser Angriffe sind erheblich: Neben menschlichen Opfern und Sachschäden verfällt die sonst wirtschaftlich dynamische Region gewissermaßen in eine Schockstarre. So wurden die wichtigen Luftfahrt-Drehkreuze Dubai, Abu Dhabi und Doha vorübergehend geschlossen - Fluggesellschaften wie Austrian Airlines haben ihre Verbindungen bis auf Weiteres ausgesetzt.

Kreuzfahrtschiffe mit tausenden Passagiere betroffen

Die Entwicklungen treffen indirekt auch die Kreuzfahrtschiffe in der Region - an eine reguläre Fortsetzung vieler Reisen ist derzeit nicht zu denken. Mehrere Schiffe verbleiben in den Häfen, da eine Ausreise der Passagiere aufgrund der gesperrten Flughäfen derzeit kaum möglich ist.

Aktuell befinden sich beispielsweise die Mein Schiff 4 in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 sowie die Celestyal Journey in Doha und die MSC Euribia sowie die Celestyal Discovery in Dubai. Insgesamt verfügen diese Schiffe über rund 6.000 Kabinen - es ist daher davon auszugehen, dass deutlich mehr als 10.000 Kreuzfahrende derzeit in der Region festsitzen.

Wie es für die Passagiere weitergeht, ist derzeit noch offen. "Wir beobachten die Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin sehr aufmerksam und stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden sowie internationalen Sicherheitsexperten. Die Lage stellt sich derzeit unverändert dar. Unsere Gäste befinden sich weiterhin an Bord der Mein Schiff 4 und der Mein Schiff 5. Sie werden umfassend betreut und versorgt. Der Bordbetrieb läuft regulär im Rahmen der gegebenen Umstände", teilte TUI Cruises am Sonntagabend mit.

Rückreise derzeit nur über alternative Flughäfen denkbar

An reguläre Rückflüge ist derzeit nicht zu denken, da die großen Flughäfen der Region weiterhin geschlossen sind. Eine mögliche Option könnte eine Ausreise über Maskat im Oman darstellen. Der Flughafen liegt rund viereinhalb Stunden Autofahrt von Dubai entfernt und war mit Stand Montagmorgen (2. März 2026) weiterhin geöffnet. Am Sonntag startete beispielsweise eine Maschine von Austrian Airlines von Wien nach Maskat, um Crews der Lufthansa Group nach Europa zurückzubringen - aeroTELEGRAPH berichtete.

Logistisch wäre eine solche Lösung angesichts tausender betroffener Kreuzfahrtgäste äußerst herausfordernd. Hinzu kommen zahlreiche weitere Touristen in der Region, die ebenfalls kurzfristig die Heimreise antreten möchten.

Wann sich für tausende Kreuzfahrenden und anderen Touristen eine geordnete Rückreise abzeichnet, hängt also maßgeblich von der weiteren sicherheitspolitischen Entwicklung in der Region sowie der Verfügbarkeit alternativer Reisemöglichkeiten ab. Die aktuelle Situation zeigt jedenfalls einmal mehr, wie rasch geopolitische Entwicklungen auch etablierte und als stabil geltende Tourismusregionen negativ beeinflussen können.

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert

Connect