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Austrian Airlines: Neue Langstreckenflugzeuge auf der Kippe

Erstellt von Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 03.11.2026

Vorerst dürften nur sieben von 12 geplanten Boeing 787 von der AUA übernommen werden.

Boeing 787 "Dreamliner" beim Start in Wien. © ReiseInsider

Mit dem Sommergeschäft kann Austrian Airlines durchaus zufrieden sein: Im dritten Quartal 2026 beförderte die AUA 4,9 Millionen Passagiere, um drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz legte sogar um 13 Prozent zu, das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) um 19 Prozent. Doch die guten Quartalszahlen können die wirtschaftlichen Probleme der österreichischen Lufthansa-Tochter nicht überdecken: Von Jänner bis September lag das Adjusted EBIT mit 48 Millionen Euro um 37 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Entsprechend kritisch fällt der Ausblick von AUA-Chefin Annette Mann aus: "Die strukturellen Belastungen des Standorts lassen kaum eine nachhaltige Zukunftsplanung zu", erklärte sie anlässlich der Präsentation der Quartalszahlen. Dabei dürfte sie vor allem auf die Flugabgabe und andere hohe Standortkosten in Österreich abzielen. Und die könnten nun auch die geplante Modernisierung der Langstreckenflotte ausbremsen.

"Ersatz- und Wachstumsinvestitionen erfolgen dort, wo sie wirtschaftlich langfristig die besten Perspektiven bieten", heißt es in einer Aussendung von Austrian Airlines. Konkret bedeutet dies, dass die fünf für die AUA vorgesehenen fabrikneuen Langstreckenflugzeuge des Typs Boeing 787 vorerst nicht nach Wien kommen, sondern innerhalb der Lufthansa Group anderweitig zugeteilt werden, wie das Branchenportal aeroTELEGRAPH berichtet.

Zur Vorgeschichte: Insgesamt sollten bis Ende 2028 zwölf "Dreamliner" die überalterte AUA-Langstreckenflotte ersetzen, die ursprünglich aus je sechs Boeing 777 und 767 bestand. Letztere werden nach fast vier Jahrzehnten im österreichischen Flugverkehr im Dezember endgültig ausgeflottet.

Betagte Boeing 777 müssen wohl länger fliegen

Vier Boeing 787 gehören bereits zur AUA-Flotte. Drei davon sind im regulären Einsatz, die vierte wird derzeit noch für den Flugbetrieb vorbereitet und soll Mitte Dezember folgen. Drei weitere gebrauchte Maschinen aus Lufthansa-Beständen sollen 2027 nach Wien wechseln. Insgesamt werden damit voraussichtlich sieben Boeing 787 bis Ende 2027 in rot-weiß-roten Farben unterwegs sein.

Die fünf zusätzlichen Maschinen, die nun vorerst nicht kommen, wären hingegen fabrikneue Dreamliner gewesen. Die sechs Boeing 777, die bereits zwischen 19 und 29 Jahre alt sind, müssen daher länger in der Flotte bleiben - laut aeroTELEGRAPH sollen sie jedenfalls bis Ende 2029 oder Anfang 2030 im Einsatz stehen.

Man darf jedenfalls gespannt sein, ob die Bundesregierung entsprechende Maßnahmen zur Attraktivierung des Luftfahrtstandorts setzt. Zuletzt haben sich immerhin acht der neun österreichischen Landeshauptleute für eine Abschaffung oder zumindest Reduktion der Flugabgabe ausgesprochen. Annette Mann zeigt sich vorsichtig zuversichtlich: "Die Gespräche mit der Bundesregierung sind auf einem guten Weg. Ich habe den Eindruck, dass sich alle Beteiligten der Bedeutung der Luftfahrt für den Standort Österreich bewusst sind."

Die heimischen Flughäfen haben jedenfalls in den ersten neun Monaten des Jahres im Vorjahresvergleich 3,8 Prozent ihrer Passagiere verloren. Allein im dritten Quartal betrug das Minus sogar 5,5 Prozent - vor allem aufgrund der Angebotskürzungen bei Billigfluggesellschaften sowie der Auswirkungen der Nahostkrise.

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