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Ferien-Messe Wien im sanften Aufwind

Erstellt von Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 19.01.2026

Mehr Besucher, aber fehlende Aussteller.

Die Ferien-Messe Wien 2026 ist vorbei, der Veranstalter Viecon offenbar mit der Veranstaltung, die gemeinsam mit der Automesse Vienna Drive stattfand, zufrieden und schreibt vom "Erfolgs-Duo auf der Überholspur". Und tatsächlich ist es so, dass die beiden Messen heuer gemeinsam 86.000 Besucherinnen und Besucher zählen konnten - ein Plus von mehr als 20 Prozent gegenüber 2025.

Damit ist man allerdings noch immer weit entfernt von früheren Zeiten: 2019 waren es mehr als 150.000 Gäste - also um rund Dreiviertel mehr als heuer. Und auch die Zahl der Aussteller hinkt weit hinter den früheren Zeiten her: Waren es im Jahr vor Corona noch mehr als 800, so fanden sich heuer rund 450 Aussteller ein. Gar nicht wenige hatten auch wenig bis gar nichts mit dem Thema Reise zu tun: Von Essständen bis hin zu esoterischen Themen spannte sich hier der Bogen. Und obwohl vor der Doppel-Messe bekanntgegeben wurde, dass rund 90 Prozent der Stände fix vergeben sind, waren beim ReiseInsider-Besuch doch einige Lücken sichtbar.

Lücken, die wohl auch das Fehlen so mancher großer ehemaliger Aussteller hinterlassen haben: Keine Austrian Airlines, keine ÖBB und - erstmals seit langem - kein Flughafen Wien mit seinem riesigen Stand. Auch weitere bedeutende österreichische Player fehlten - beispielsweise Ruefa, die bis auf einen die Studienreisen-Abteilung nicht mehr auf der Messe war. Auch große österreichische Reisebüro-Ketten wie Kuoni, Columbus oder Gruber Reisen suchte man 2026 vergeblich.

Zeit für Gespräche

Allerdings: Kaum ein Nachteil ohne Vorteil. Und so hatte man angesichts der niedrigeren Besucherzahlen die Möglichkeit, längere und informativere Gespräche zu führen als dies vielleicht zu den Hoch-Zeiten der Ferien-Messe vor ein paar Jahren der Fall war. Ob dies ein Ausgleich für die fehlenden Angebote war, sei aber dahingestellt.

Die Frage ist auch, ob eine große Publikumsmesse zum Thema Reisen noch zeitgemäß und vor allem wirtschaftlich für die Aussteller attraktiv ist. Ersteres kann man angesichts der ansteigenden Besucherzahlen und der durchaus gelungenen Zusammenlegung mit der Vienna Drive vermutlich mit "Ja" beantworten.

Letzteres hingegen könnte schon ein Thema sein: Zum einen kostet die Miete des Standes, zum anderen muss dieser ja auch attraktiv gestaltet sein, um die Klientel anzuziehen. Hier fiel auf: Bei nicht wenigen Ausstellern hatte man das Gefühl, dass nicht allzuviel investiert wurde. Ausnahmen waren beispielsweise Aida, die mit einem doppelstöckigen Pavillon samt Schiffskabine oder Condor, die mit Test-Sitzen aus Business und Economy Class vor Ort war.

Attraktiv war jedenfalls wie schon in den Jahren zuvor das Rahmenprogramm aus Vorträgen zu diversen Destinationen bzw. von verschiedenen Anbietern. Und auch das Reisekino bot durchaus interessante Themen.

Ist die Ferien-Messe zukunftsfit?

Die Ferien-Messe Wien ist trotz der positiven Entwicklung jedenfalls noch weit von ihren stärksten Zeiten entfernt. Dass sie noch immer funktioniert und Potenzial nach oben hat, zeigen die erwähnten Besucherzahlen, die sich langsam wieder den Hunderttausend nähern.

Was man tun kann, um sie - auch für Aussteller und letztlich für noch mehr Besucher - attraktiver zu machen, ist dabei die Frage. Vielleicht sind eine strengere Reise-Fokussierung oder auch eine Gruppierung nach Spezialinteressen eine Idee - beispielsweise könnte man thematische, räumlich getrennte "Inseln" beispielsweise mit Kreuzfahrten oder Bahnreisen gestalten.

Und eventuell ist auch eine Vernetzung mit der virtuellen Welt sinnvoll - beispielsweise könnte man ein Tool schaffen, mit dem man sich im Vorfeld Termine bei einzelnen Anbietern ausmachen kann. Bei Fachmessen wie der ITB funktioniert das beispielsweise sehr gut.

Ideen gibt es wohl noch viel mehr - bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren den aktuellen Aufwind der Veranstaltung nutzen, um sie noch attraktiver und zukunftsfit zu machen.

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