Die anhaltende Trockenheit bringt die Fahrpläne mehrerer Flusskreuzfahrtanbieter durcheinander. Auf Rhein, Main, Mosel und Donau müssen Routen geändert, Hafenanläufe verlegt oder einzelne Reisen überhaupt abgesagt werden. Ein flächendeckendes Problem ist das Niedrigwasser allerdings nicht: Auf Seine, Rhône und Douro sowie auf regulierten Kanälen laufen die Fahrten derzeit weitgehend planmäßig.
Das zeigt eine aktuelle ReiseInsider-Anfrage bei den im deutschsprachigen Raum bekannten Unternehmen Viva Cruises, A-Rosa und Nicko. Besonders schwierig ist die Situation demnach auf dem südlichen Rhein einschließlich der Mosel sowie auf der Donau ab Wien flussabwärts.
Viva Cruises: Fünf Schiffe betroffen
Bei Viva Cruises sind aktuell fünf Schiffe der Flotte in unterschiedlichem Ausmaß vom Niedrigwasser betroffen. Auf Rhein, Main und Mosel sind derzeit die Viva One, die Viva Moments und die Viva Tiara unterwegs.
Reisen vom Heimathafen Düsseldorf in Richtung Niederlande und Belgien können laut dem Unternehmen weiterhin planmäßig stattfinden. Fahrten, die von Düsseldorf oder Frankfurt nach Straßburg oder auf die Mosel führen sollten, wurden hingegen auf Routen durch die Niederlande und Belgien umgestellt.
Auch auf der Donau ist der Spielraum für Viva Cruises eingeschränkt. Die Viva Two fährt derzeit auf dem weiterhin befahrbaren Abschnitt zwischen Passau und Wien. Die Viva Enjoy kann Budapest aufgrund des niedrigen Wasserstands aktuell (Stand: 6. August 2026) nicht verlassen. Beide Schiffe gehören mit einer Kapazität von jeweils bis zu 190 Gästen zu den größten Einheiten der Flotte.
Sind einzelne Flussabschnitte oder Häfen nicht mehr sicher erreichbar, prüft Viva Cruises zunächst alternative Routen sowie andere Ein- und Ausschiffungsorte. Betroffene Gäste werden telefonisch über die Änderungen informiert. Als Ausgleich inkludiert das Unternehmen bei umgeleiteten Reisen sämtliche Landausflüge.
Alternativ können Gäste auf eine andere Reise umbuchen. Als derzeit nicht vom Niedrigwasser betroffen gelten die Fahrten mit der Viva Beyond auf der Seine, der Porto Mirante auf dem Douro, der Viva Voyage auf der Rhône und der Viva Ruby auf regulierten Kanälen und entlang der Ostseeküste.
Kommt keine Alternative infrage oder muss eine Reise vollständig abgesagt werden, wird laut Viva Cruises auf Wunsch der Reisepreis erstattet.
A-Rosa bestätigt Absagen auf der Donau
A-Rosa nennt zwar keine konkreten Schiffe oder Abfahrten, bestätigt aber Umroutungen auf dem Rhein und vereinzelte Reiseabsagen auf der Donau. Die Wasserstände würden laufend analysiert und die Bedingungen für jeden Streckenabschnitt tagesaktuell bewertet.
Je nach Situation könne es zu Änderungen des Reiseverlaufs sowie zu anderen Ein- und Ausschiffungshäfen kommen. Lässt sich die geplante Route nicht vollständig umsetzen, will A-Rosa eine Alternative samt Ausflugsprogramm organisieren. Bei umfangreichen Einschränkungen würden Abfahrten abgesagt und flexible Umbuchungen angeboten.
Die Reisen auf den französischen Flüssen und auf dem Douro in Portugal verlaufen nach Angaben des Unternehmens derzeit ebenfalls planmäßig. A-Rosa fordert angesichts häufigerer Niedrigwasserperioden und stärkerer Pegelschwankungen eine Modernisierung der europäischen Wasserstraßen.
Nicko Cruises schickt Rheinschiffe nach Norden
Bei Nicko Cruises können die drei Schiffe Rhein Melodie, Rhein Symphonie und nickoSpirit weiterhin auf dem Rhein fahren - derzeit allerdings ausschließlich in Richtung Niederlande und Belgien. Südwärts führende Reisen ab Köln werden nach Angaben des Veranstalters seit rund drei Wochen auf entsprechende Nordrouten umgestellt. Vollständige Absagen von Rheinkreuzfahrten seien in dieser Saison bislang nicht notwendig gewesen.
Anders sieht es auf der Donau aus: Zunächst mussten längere Reisen bis zum Donaudelta beziehungsweise zum Schwarzen Meer gestrichen werden. Zuletzt waren auch klassische achttägige Fahrten von Passau nach Budapest und zurück von Absagen betroffen.
Neben veränderten Routen und Fahrplänen sind bei Nicko Cruises auch Schiffswechsel oder Bustransfers möglich. Letztere sollen vor allem eingesetzt werden, um einzelne Ausflugsziele trotz eines nicht befahrbaren Flussabschnitts erreichen zu können. Auch Ein- und Ausschiffungshäfen können kurzfristig verlegt werden.
Niedrigwasser bedeutet nicht automatisch Reiseabsage
Für Flusskreuzfahrtgäste bedeutet die aktuelle Situation vor allem eines: Eine Reise kann zwar stattfinden, aber anders verlaufen als gebucht. So können andere Zielgebiete und Reiseverläufer auf dem Programm stehen. Auch Busfahrten, Schiffswechsel und verlegte Einschiffungshäfen sind, wie von den Unternehmen beschrieben, möglich.
Eine pauschale Prognose für alle Flüsse oder selbst für eine komplette Route ist allerdings kaum möglich. Oft entscheiden wenige Zentimeter und der Tiefgang des eingesetzten Schiffs darüber, ob ein bestimmter Abschnitt noch passiert werden kann. Hinzu kommt, dass sich die Bedingungen innerhalb weniger Tage verändern können.
Wer also für die kommenden Wochen eine Flusskreuzfahrt gebucht hat, sollte die aktuellen Reiseinformationen des jeweiligen Anbieters verfolgen und für Rückfragen erreichbar bleiben.







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