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Austrian Airlines: Starlink im Test

Erstellt von Martin Dichler.  Veröffentlicht am 16.09.2026

ReiseInsider hat das neue Produkt auf einem Flug nach Berlin geprüft.

Informationsblätter in den Sitztaschen. © Martin DichlerKaum sichtbar: Die Sterlink-Antenne auf dem Dach des Airbus A320neo. © Martin DichlerTolle Werte beim Geschwindigkeitstest. © Martin DichlerKleiner Schalter mit großer Wirkung im Cockpit. © Martin DichlerUnkompliziert und schnell kommt man per Starlink ins Internet. © Martin DichlerBereits bei Sonnenaufgang ging es zum Starlink-Test in Richtung Berlin. © Martin Dichler

Internet an Bord von Flugzeugen war bislang vor allem für zwei Dinge bekannt: für seine hohen Kosten und seine oft bescheidene Qualität. Doch das soll sich nun bei einigen Airlines ändern: Die Lufthansa Group investiert in den kommenden Jahren massiv in den Einbau von Starlink und will bis 2029 alle rund 850 Flugzeuge mit dem neuen Highspeed-Internet ausstatten.

Starlink ist der Satelliteninternetdienst des Raumfahrtunternehmens SpaceX. Tausende Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn ermöglichen schnelle Datenverbindungen mit vergleichsweise geringer Latenz. Inzwischen setzen immer mehr Fluggesellschaften auf die Technologie, um auch an Bord Streaming, cloudbasiertes Arbeiten und andere Anwendungen zu ermöglichen, die hohe Übertragungsgeschwindigkeiten benötigen.

Nachrüstung der gesamten Lufthansa Group bis 2029

Die Lufthansa Group hat sich Anfang dieses Jahres dazu entschlossen, ihre gesamte Flugzeugflotte mit Starlink auszustatten - ReiseInsider berichtete. Am 19. August 2026 absolvierte Lufthansa mit einem Airbus A320neo den ersten regulären Flug mit dem neuen System. Keine drei Wochen später hob Anfang September auch bei Austrian Airlines erstmals ein mit Starlink ausgestatteter, fabrikneuer Airbus A320neo zu einem Linienflug nach Porto ab.

Bis zum Ende des Winterflugplans 2026/27 sollen bei Austrian insgesamt 20 Flugzeuge mit dem neuen System ausgestattet werden. Die Nachrüstung soll dabei nach Möglichkeit mit ohnehin vorgesehenen Wartungsaufenthalten verbunden werden.

Neben Austrian Airlines sollen auch die anderen Group-Airlines Lufthansa, Swiss, Brussels Airlines, ITA Airways, Edelweiss, Discover Airlines, Air Dolomiti, Lufthansa City Airlines und Eurowings mit Starlink ausgestattet werden. "Highspeed-Internet an Bord entwickelt sich immer mehr zu einem Kernbedürfnis unserer Fluggäste in allen Reiseklassen, in das wir nun intensiv investieren", erklärte Austrian-Airlines-Chefin Annette Mann anlässlich des Starts.

Kostenlos und schnell für registrierte Nutzer

Serien schauen oder cloudbasiert hoch über den Wolken arbeiten: Genau das verspricht Austrian Airlines mit dem neuen Starlink-Angebot. Wie schnell und unkompliziert das Lufthansa Group Wi-Fi tatsächlich funktioniert – auch für weniger technikaffine Passagiere –, konnte ReiseInsider auf Einladung von Austrian Airlines im Rahmen eines Testfluges nach Berlin ausprobieren.

Flug OS 223 nach Berlin startete bereits um 07:00 Uhr am Flughafen Wien. Von außen weist zunächst wenig darauf hin, dass es sich bei der OE-LXF (so das Kennzeichen der Maschine) um das jüngste Flugzeug der Austrian-Flotte und gleichzeitig um den ersten Airbus der Airline mit Starlink handelt. Wer allerdings einen Blick auf das Dach des A320neo wirft, erkennt dort die flache Satelliten-Antenne. An Bord machen rote Informationskarten an den Sitzen sowie Durchsagen der Crew nach dem Start auf das neue Internetangebot aufmerksam.

Bereits am Boden - theoretisch sogar noch vor dem Einsteigen - kann sich das Smartphone mit dem WLAN-Netz verbinden. Für den kostenlosen Internetzugang ist eine Travel ID oder ein Miles-&-More-Konto erforderlich. Wer noch nicht registriert ist, erhält für einige Minuten Zugang zum Internet, um die Anmeldung auch an Bord durchführen zu können. Wer auf eine Registrierung verzichtet, kann das kostenlose WLAN hingegen nicht nutzen.

Nach einer kurzen Werbeeinblendung zeigt sich, wie groß der Unterschied zu vielen bisherigen Internetangeboten an Bord ist. Egal ob Videos, das Versenden von E-Mails mit großen Anhängen oder die Nutzung von WhatsApp: Bei unserem Test erreichte die Verbindung Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 190 Mbit/s und funktionierte schnell und stabil - deutlich besser als beispielsweise in der Boeing 787 von Austrian Airlinese mit einem anderen System. Damit Smartphone und Tablet dabei nicht vorzeitig der Strom ausgeht, stehen an jedem Sitzplatz USB-C-Anschlüsse zur Verfügung.

Fluch oder Segen?

Bislang waren Flugzeuge nach dem Start häufig zumindest teilweise eine Digital-Detox-Zone. Telefonate waren nicht möglich, und selbst dort, wo Internet angeboten wurde, reichte die Geschwindigkeit oft kaum für mehr als Nachrichten oder einfache Webseiten. Mit der schrittweisen Einführung von Starlink in der Lufthansa Group ändert sich das grundlegend.

Damit die neue Konnektivität nicht auf Kosten der Ruhe an Bord geht, gelten allerdings klare Regeln. Fluggäste sind angehalten, beim Abspielen von Audio- und Videoinhalten Kopfhörer zu tragen, auf Sprach- und Videoanrufe zu verzichten und keine Live-Streams aus dem Flugzeug zu senden. Diesen Nutzungsbestimmungen müssen Passagiere zustimmen, bevor sie das neue Lufthansa Group Wi-Fi verwenden können. Zusätzlich bittet die Lufthansa Group darum, die Privatsphäre von Mitreisenden und Crew zu respektieren.

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