Wie der Wiener City Airport Train (CAT) der nächsten Generation aussehen wird, stand auf dem Papier schon länger fest. Nun ist er erstmals in natura zu sehen: Am Dienstag präsentierte der CAT in Wien den neuen Doppelstockzug, der ab Herbst 2027 zwischen Wien Mitte und dem Flughafen unterwegs sein soll.
Bereits 2023 hatte der CAT die Bestellung von drei fünfteiligen KISS-Garnituren beim Schweizer Hersteller Stadler bekanntgegeben - ReiseInsider berichtete. Knapp drei Jahre später zeigt sich nun auch, was aus den Plänen geworden ist: Der neue CAT bleibt zwar seiner auffälligen grünen Farbgebung treu, innen fällt der Schritt zur neuen Generation aber deutlich größer aus.
300 Sitzplätze und viel Raum für Gepäck
Mit rund 133 Metern sind die neuen Züge länger als die bisherigen CAT-Garnituren. Rund 300 Sitzplätze stehen zur Verfügung, bisher sind es etwa 240. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h - ein Wert, den man allerdings auf der Strecke kaum benötigen wird.
Entscheidender für die kurze Fahrt zum Flughafen dürfte allerdings die Raumaufteilung sein. Breite Gänge und großzügige Gepäckablagen sollen den Umgang mit Koffern erleichtern. Pro Zugseite gibt es zehn Einstiegstüren, die Einstiegsbereiche sind niederflurig ausgeführt.
Auch bei den Sitzen hat sich der CAT bewusst gegen eine klassische Nahverkehrsausstattung entschieden. Sie fallen vergleichsweise breit aus und verfügen jeweils über Leselampen, ausklappbare Tische sowie Steckdosen und USB-Anschlüsse. Kostenloses WLAN gehört ebenfalls zur Ausstattung.
Interieur mit First-Class-Anspruch
Für die Gestaltung des Innenraums wurde das österreichische Designunternehmen moodley (moodley.com) engagiert. Beim CAT selbst ist von "First-Class Feeling" die Rede. Die üblichen Reihen eines Regionalzuges findet man an Bord nicht: Neben den regulären und sehr hochwertig wirkenden Sitzen gibt es auch Lounge-Möbel sowie eigene Steh- und Lehnbereiche.
Ein variables LED-Lichtsystem soll die Beleuchtung abhängig von der Tageszeit verändern. Dazu kommen Fahrgastmonitore mit Echtzeitinformationen. Bei den Materialien wurde laut CAT verstärkt auf eine hochwertige und möglichst wohnliche Anmutung geachtet.
"Von Anfang an standen die Bedürfnisse der Kund:innen eines Airport Expresszugs für uns im Mittelpunkt", sagte CAT-Geschäftsführer Michael Forstner. Sein Anspruch für die neuen Garnituren ist entsprechend hoch: "So beginnt der Urlaub bereits im CAT."
Mehr Platz auch für Kinderwagen und Rollstühle
Das größere Platzangebot macht sich auch abseits der Sitzplätze bemerkbar. Für Kinderwagen sind eigene Abstellflächen vorgesehen. Zwei Toiletten befinden sich an Bord, eine davon ist barrierefrei und mit einem Wickeltisch ausgestattet.
Wichtig für Reisende mit Behinderungen: Im Mittelwagen gibt es zwei Rollstuhlstellplätze mit höhenverstellbaren Seitenwandtischen. Ein Piktogramm- und Wegeleitsystem außen am Zug soll bereits am Bahnsteig zeigen, wo sich die jeweiligen Bereiche befinden.
Vorerst fährt der CAT allerdings Bus
Bis Reisende die neuen Züge ausprobieren können, dauert es noch etwas. Wegen der Sperre der Wiener S-Bahn-Stammstrecke stellt der CAT seinen Zugbetrieb vorübergehend ein. Der bereits im Februar angekündigte Ersatzverkehr mit Blaguss-Bussen startet aufgrund der Folgen des Kabelbrandes am Praterstern nun schon am 24. August 2026 und damit zwei Wochen früher als ursprünglich vorgesehen.
Tagsüber fahren die Busse zwischen Wien Mitte und dem Flughafen alle zwölf, in den Randzeiten alle 15 Minuten. Die Rückkehr auf die Schiene ist für Herbst 2027 geplant - dann allerdings nicht mehr mit den heutigen Garnituren, sondern mit den drei neuen KISS-Doppelstockzügen.









