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Reisebericht: Ivalo - das finnische Winterwonderland

Erstellt von Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 10.02.2026

Tipps für eine Reise nach Lappland.

Wunderschöne Winterlandschaft in Finnisch-Lappland. © ReiseInsiderDas faszinierende Spiel der Aurora Borealis. © ReiseInsiderDer zugefrorene Fluss Ivalojoki beim Resort. © ReiseInsiderSchnee und tolle Lichtstimmungen in der Gegend um Ivalo. © ReiseInsiderAuch Huskies gehören im hohen Norden zum Alltag. © ReiseInsiderNordlichter beim namentlich passenden "Aurora Hous" im Arctic River Resort. © ReiseInsiderRentiere sind rund um Ivalo ebenfalls nicht ungewöhnlich. © ReiseInsiderAuf tiefere Minusgrade muss man vorbereitet sein. © ReiseInsiderMit dem Snowmobil unterwegs durch die winterliche Landschaft. © ReiseInsiderUngewohnt aber lecker: Pizza mit Essiggurkerl. © ReiseInsider

Im trüben österreichische Winter zieht es naturgemäß viele in den wärmeren Süden. Aber auch der Norden boomt seit einigen Jahren: Austrian Airlines etwa steuert von Wien aus in Norwegen Tromsø und in Finnland Kittilä, Rovaniemi und Ivalo an. Warum aber fliegt man in der kalten Jahreszeit in Regionen, wo das Thermometer noch tiefer sinkt als bei uns?

Zum einen ist der Winter nördlich des Polarkreise (oft) noch so, wie er eigentlich sein sollte: Klirrend-klärende Kälte und ausreichend Schnee erinnern an Zeiten, als es bei uns auch noch so „richtige“ Winter gab. Zum anderen kann man im hohen Norden auch jede Menge Dinge machen und sehen, die es zwischen Neusiedler- und Bodensee in dieser Form nicht gibt: Man denke an Nordlichter, Rentiere, Huskies und faszinierende Landschaften mit ganz besonderen Lichtstimmungen.

Über die norwegische Stadt Tromsø haben wir auf ReiseInsider bereits berichtet (www.reiseinsider.at/details/tromsoe-im-winter-mehr-als-nur-nordlichter) – nun hat uns ein Recherchetrip ins benachbarte Finnland geführt. Konkret ging es nach Ivalo im Nord-Osten des Landes – nur rund 30 Kilometer Luftlinie von der russischen Grenze entfernt. Was einen dort erwartet und was man vor einer Reise wissen sollte, möchten wir in diesem Bericht skizzieren.

Wie kommt man nach Finnisch-Lappland?

Zuerst einmal zur Anreise: Nachdem Ivalo rund 2.000 Kilometer von Österreich entfernt liegt, muss man hier mangels ernsthafter Alternativen aufs Flugzeug setzen. Wie erwähnt, fliegt Austrian Airlines ab Wien zum nördlichsten Flughafen der EU – im Winterflugplan 2025/26 jeweils am Samstag. Allerdings gibt es auch gute Alternativen – etwa mit Finnair mit einem kurzen Zwischenstopp in Helsinki.

Der Flughafen liegt nur rund eine Viertelstunde Fahrzeit von Ivalo entfernt – wer keinen Mietwagen nimmt, muss hier auf ein Taxi zurückgreifen – lokale „Öffis“ gibt es nicht. Zu beachten: Die Preise (nicht nur) für Taxis sind hier relativ hoch – Finnland ist generell kein günstiges Reiseziel.

Ivalo selbst ist ein kleines Städtchen mit rund 3.000 Einwohnern. Es gibt hier einige Shops und Lokale – aber sonst keine echten touristischen Highlights. Diese braucht es auch nicht, denn die Natur rundherum ist für die meisten ohnehin der echte Grund, um in die Gegend zu kommen.

Hoteltipps für Ivalo

In und rund um Ivalo gibt es einiges an Unterkunftsmöglichkeiten – von Hotels über Ferienwohnungen bis hin zu Luxusresorts mit Glas-Iglus spannt sich hier der Bogen. Und auch dabei gilt: Richtig preisgünstig ist hier kaum etwas – vielleicht abgesehen vom Hostel mit Klo am Gang, wo ein Zimmer schon für weniger als 100 Euro pro Nacht zu haben ist (www.hostelivalo.fi).

Wer in einem luxuriösen Iglu mit direktem Blick durch ein Glasdach nach oben nächtigen möchte, muss schon mit Preisen jenseits der 500 Euro pro Nacht rechnen (z.B. im Aurora Village  www.auroravillage.fi). Im Mittelklassehotel Ivalo geht es günstiger – ab weniger als 200 Euro im Doppelzimmer (hotelivalo.fi).

Wir haben uns für das Arctic River Resort (www.arcticriverresort.fi) entschieden, das etwas außerhalb von Ivalo direkt am Ufer des Flusses Ivalojoki liegt. Diese Anlage umfasst 16 Doppelzimmer, vier kleine Häuser (Arctic Cabins), ein größeres Arctic House sowie – on top – die Arctic Suite, ein 160 Quadratmeter großes, etwas abseitsstehendes Haus für bis zu acht Gäste. Zusätzlich gibt es noch Abstellplätze für Wohnmobile und – im Sommer – kleine Camping Cabins. Abgerundet wird das Angebot durch ein sehr gemütliches und gutes Restaurant.

Wir haben uns für die Arctic Cabin 1 entschieden, ein rund 65 Quadratmeter großes Holzhaus auf zwei Ebenen. Highlights waren eine gut ausgestattete Küche und eine eigene Sauna – wir sind ja schließlich in Finnland! Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Feature waren die Fenster im Oberbereich mit Blickrichtung Norden – sehr gut geeignet, um Polarlichter zu erspähen. Dieses Häuschen kostete in unserem Fall gute 300 Euro pro Nacht.

Lappland – für Ruhesuchende und Unternehmungslustige

Das Resort liegt nicht nur entfernt vom (kaum vorhandenen) Trubel des Städtchens Ivalo, sondern tatsächlich irgendwo im Nirgendwo. Vor Ort kann man daher sehr gut die Seele baumeln lassen – beispielsweise bei Spaziergängen am Fluss oder im nahegelegenen Wald. Eine richtige Winterlandschaft, wie man sie hier noch immer über viele Monate findet, kann der Seele tatsächlich guttun.

Aber natürlich möchte man hier im Norden Finnlands auch etwas unternehmen. Darum kümmert man sich im Arctic River Resort ebenfalls: Aktivitäten von Aurora-Fahrten mit dem Minibus über Rentierfütterungen, Schneemobil-Safaris und Fahrten mit dem Hundeschlitten bis hin zu Schneeschuhwanderungen werden hier organisiert und angeboten. Auch hier gilt: Budgetär sollte man hier einiges einplanen. Pro Person muss man pro Tour und Person oft zwischen 100 und 200 Euro einplanen (hier findet man die Preise: www.arcticriverresort.fi/en/activities).

Wir machten beispielsweise eine spannende Schneemobil-Fahrt über den zugefrorenen Fluss und durch Wälder – für Mitteleuropäer tatsächlich etwas ganz anderes. Glücklicherweise wurden vom Resort Overalls, Balaclavas und dicke Fäustlinge zur Verfügung gestellt – trotz mehrschichtiger mitgebrachter Kleidung wäre es etwas frisch geworden (untertags hatte es bei unserem Besuch zwischen 5 und 15 Grad – minus versteht sich von selbst).

Gezwungenermaßen gemächlicher ging es bei einer Schneeschuhwanderung zu, die uns durch einen nahegelegenen Hügel samt Wald führte. So einfach wie man sich das vorstellte, war eine solche Wanderung durch den Tiefschnee nicht – allerdings wurde man durch wunderschöne Winterwonderland-Impressionen belohnt!

Weiter ging es mit einer Husky-Safari: Ebenfalls eine großartige Erfahrung, mit diesen wolfsartigen Hunden durch die Wälder zu düsen (ja, sie sind wirklich schnell!). Genauso wie ein Ausritt mit Pferden, der allerdings nicht vom Resort organisiert wurde. Tierisch ging es auch beim Besuch einer Rentierfarm samt Fütterung zu –ein feines Vormittagsprogramm.

Auf eine Polarlichter-Tour verzichteten wir – und zwar aus dem Grund, weil wir die Lady Aurora dreimal während unseres fünftägigen Aufenthaltes im Resort sehen konnten – und zwar trotz Bewölkung und Vollmond ganz besonders prächtig. Ansonsten würden wir eine solche Fahrt schon empfehlen, da man hier aktiv wolkenarme Spots aufsuchen kann.

Wie man sieht: Es gibt genug zu tun und man kann hier eine sehr gute Balance zwischen Seele-baumeln-lassen und Unternehmungen finden! Dass wir uns hier am Land abseits vom städtischen Trubel befunden haben, hat uns überhaupt nicht gestört.

Fazit

In der Region Ivalo kann man einige schöne Tage verbringen – vorausgesetzt heftige Minusgrade und der Mangel an Urbanität stören nicht. Das Arctic River Resort würden wir sofort wieder buchen – ein wunderbar gelegenes und tadellos ausgestattetes Hotel mit tollem Personal und Service sowie einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Tipps, Wissens- und Beachtenswertes zu Ivalo

Anreise

Die Anreise kann hier realistischerweise nur mit dem Flugzeug erfolgen. Wie erwähnt, fliegt Austrian Airlines im Winter einmal pro Woche am Samstag von Wien nach Ivalo. Wer nicht eine ganze Woche bleiben möchte, kann auch eine Strecke mit einer anderen Airline aus dem Lufthansa-Konzern fliegen – beispielsweise mit Edelweiss über Zürich.

In unserem Fall hatte Finnair preislich recht gute Angebote – on-top waren die Flugzeiten sehr gut und auch der Hub Helsinki ist äußerst angenehm zum Umsteigen geeignet.

Reisedauer

Viele fahren verständlicherweise wegen der Nordlichter nach Finnland. Wenn man sie sehen möchte, sollte man lieber ein paar Tage mehr als weniger einplanen. Wenn man länger bleibt, ist die Chance, einen wolkenarmen Himmel mit viel Sonnenwindaktivität zu erwischen und damit die Aurora Borealis zu sehen, höher. Erfahrungsgemäß sollte man mindestens fünf Nächte bleiben.

Mietwagen

Autos können am Flughafen Ivalo gemietet werden – Avis, Budget, Europcar, Green Motion und Hertz sind vor Ort. Beachten muss man hier zwei Dinge: Das eine ist (wieder einmal) der Preis – in der winterlichen Hauptsaison können die Autos ziemlich teuer sein. Das andere sind die finnischen Straßen, die im Winter naturgemäß oft mit Eis und Schnee bedeckt sind. Allerdings verfügen die Autos in der Regel über Spikes – trotzdem sind die ungewohnten Straßenverhältnisse nicht jedermanns Sache.

Nicht nur wegen der Polarlichter kommen

Obwohl man die Nordlichter im Winter recht oft sehen kann, gibt es keine Garantie dafür! Bei mehreren ReiseInsider-Trips nach Norwegen konnten wir die grünen Lichter nur ca. bei jedem zweiten Mal sehen. Wir empfehlen, auch wegen der vielen anderen Dinge zu kommen, die hier sehenswert und planbarer sind – und sich über Nordlichtsichtungen als Geschenk „on-top“ freuen. Was einem grundsätzlich einen Strich durch die Rechnung machen kann, ist das Wetter (wie halt bei jeder Reise) – so werden manche Touren bei extrem tiefen Temperaturen nicht durchgeführt.

Kleidung: Was soll ich nach Ivalo mitnehmen?

Was man auf jeden Fall zuhause lassen kann, ist jede Art von schicker Ausgeh-Kleidung. Hier gilt: Praktisch und warm vor schön. Und ja, warm muss es tatsächlich sein – hier bietet sich das Zwiebelschalenschema an (wobei man bei minus 15 Grad auf kaum eine solche „Schale“ verzichten kann): Also lange Unterwäsche, Thermounterhemden, Weste, dicke Winterjacken, Schals, Hauben (mit Ohrenschutz!), Handschuhe, dicke Socken – all das sollte selbstverständlich mit ins Gepäck. Darüber hinaus gibt es auch chemische Fußwärmer, auf die viele hier setzen.

Tromsø vs. Ivalo: Was ist besser?

Wie erwähnt, haben wir für ReiseInsider den Norden Norwegens und insbesondere Tromsø schon im Detail unter die Lupe genommen. Daher die Frage: Was ist besser? Ivalo oder Tromsø?

Diese Frage kann man allerdings nicht so einfach beantworten – beides hat seine Vor- und Nachteile. So ist Tromsø nicht ohne Grund das Nummer-Eins-Touristenzentrum in Nordnorwegen und eine überaus nette, mittelgroße. Dadurch kann man vor Ort mehr machen und dies auch flexibler tun. Egal, ob man essen oder auf einen Drink gehen möchte – oder einfach nur durch die Stadt oder entlang des Hafens flanieren. Das gibt es in der Gegend rund um Ivalo nicht.

Allerdings ist Ivalo deutlich schneesicherer als Tromsø – das liegt am trockeneren und kontinentalen Klima. Die norwegische Küstenstadt ist vom Golfstrom geprägt und dadurch deutlich wärmer. Wir erlebten bei unseren Besuchen im tiefsten Winter mitunter auch Regen, der das Polarkreis-Erlebnis schon etwas getrübt hat.

Polarlichter kann man in beiden Regionen gut sehen – allerdings in Tromsø direkt aufgrund der stärkeren Lichtverschmutzung meist weniger gut. Die Aurora-Touren führen dort auch oft weit weg von der Stadt (übrigens häufig auch Richtung Finnland) und dauern dadurch recht lange (etwa 6 bis 8 Stunden).

In außerhalb gelegenen Resorts in Ivalo hingegen ist Lichtverschmutzung kaum ein Thema – daher setzt man die Touren hier oft auch kürzer an – wenn man die Nordlichter nicht ohnehin im Resort selbst sehen kann.

Kurzum: Beide dieser beliebten Ziele haben ihre Vor- und Nachteile. Eine Reise sind jedenfalls unserer Meinung nach sowohl Tromsø als auch Ivalo wert.

Tipps für Polarlichtfotografie

Zum Schluss noch ein paar Tipps für das Fotografieren von Polarlichtern – dies ist nämlich gar nicht so einfach. Die Lichter sehen zwar auf Bildern extrem hell aus – in Wirklichkeit sind sie das aber oft überhaupt nicht. Der Automatik-Modus der Kameras ist daher in der Regel überfordert – insbesondere was den Fokus betrifft.

Grundsätzlich sollte man also auf den manuellen Modus wechseln, die Blende weit aufmachen (niedrige Blendenzahl also) und den Fokus auf unendlich stellen. Die ISO-Werte kann man zwischen 800 und 3200 wählen. Mit Belichtungszeiten von 5 bis 20 Sekunden ist man oft schon gut dabei – dies setzt natürlich ein Stativ voraus.

Eine Kamera – auch eine vom Handy – erfüllt oft noch einen anderen wichtigen Dienst: Gerade wenn die Nordlichter noch sehr schwach sichtbar sind, verwechselt man sie gerne mit schwachen Wolken. Eine Aufnahme über ein paar Sekunden bei „verdächtigen“ Strukturen zeigt dann, ob es sich um schwache Polarlichter handelt: Diese zeichnen sich nämlich meist grünlich ab.

Apropos Handy: Polarlichtfotos mit modernen Mobiltelefonen gelingen oft überraschend gut, während das Finetuning von ausgefeilten Kameras die Nutzer mitunter zum Wahnsinn treibt und gute Ergebnisse vereitelt. Daher ist es oft besser, wenn man sich aufs Handy verlässt. Ebenfalls eine feine Sache ist die Videofunktion von iPhone & Co: Da sich die Aurora Borealis manchmal auch recht stark bewegt, können hier tolle Videos gelingen.

Die Reise- und Unterkunftskosten für diesen Produkttest wurde nicht zur Verfügung gestellt. ReiseInsider oder die Cubo Media GmbH haben keine finanzielle Zuwendung oder sonstiges Sponsoring für diesen Artikel erhalten. Bitte beachten Sie, dass die Informationen dieses Artikels nach bestem Wissen eingearbeitet wurden - wir können allerdings keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernehmen.

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