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Ausgegrünt: Lufthansa verabschiedet sich vom Green Fare

Erstellt von Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 24.10.2026

Nach Umsetzung der EU-Richtlinie EmpCo gegen "Greenwashing" heißt der Tarif nun "Impact Fare".

Der Green Fare wird zum Impact Fare. © KI-generierte Illustration

Im Jahr 2023 wollte sich die Lufthansa Group einen besonders "grünen" Anstrich verpassen und führte den sogenannten "Green Fare" ein: Wer bereit war, mehr für sein Flugticket zu bezahlen, konnte damit auch sein Umweltgewissen beruhigen. Der Aufpreis sollte den zusätzlichen Einsatz von Sustainable Aviation Fuel (SAF) finanzieren und Klimaschutzprojekte unterstützen. Bei Europaflügen orientierten sich die beiden Komponenten an 20 beziehungsweise 80 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO2-Emissionen.

Ganz so "grün" dürfte die Angelegenheit allerdings doch nicht sein - jedenfalls verabschiedet sich der Konzern nun von der Bezeichnung "Green Fare". Als Begründung nennt Lufthansa die "neuen regulatorischen Anforderungen an Umweltkommunikation". Konkret dürfte es um die EU-Richtlinie EmpCo ("Empowering Consumers for the Green Transition") gehen, deren Bestimmungen seit dem 27. September 2026 anzuwenden sind.

Die Richtlinie verbietet allgemeine Umweltaussagen, sofern keine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachgewiesen werden kann. Als Beispiele nennt der Gesetzestext Begriffe wie "umweltfreundlich", "klimafreundlich" oder eben auch "grün". Lufthansa nennt die Richtlinie in ihrer Aussendung zwar nicht ausdrücklich beim Namen, doch der Zusammenhang liegt auf der Hand: Eine Flugreise als "grün" zu vermarkten, ist angesichts der erheblichen Klimabelastung durch den Luftverkehr zumindest problematisch.

Aus Green Fare wird Impact Fare

Fortan nennt die Lufthansa Group - und damit auch die AUA - den Tarif jedenfalls "Impact Fare". An der Funktionsweise ändert sich wenig: Für jede Buchung bringt der Konzern innerhalb von sechs Monaten nach Abflug eine zusätzliche Menge SAF in den Flugbetrieb ein. Bei Europaflügen orientiert sich diese an 20 Prozent der geschätzten CO2-Emissionen. Für die verbleibenden 80 Prozent werden Klimaschutzprojekte unterstützt. Auf Langstreckenflügen liegt das Verhältnis bei zehn zu 90 Prozent. Darüber hinaus erhalten Fluggäste zusätzliche Meilen und Points. Je nach Buchungsklasse und Reiseziel sind auch flexiblere oder gebührenfreie Umbuchungen möglich.

Die SAF-Beimischung ist übrigens nicht nur "Good Will": Seit 2025 müssen nämlich Treibstofflieferanten an EU-Flughäfen einen SAF-Mindestanteil von zwei Prozent bereitstellen. Bis 2030 steigt die Quote auf sechs Prozent, bis 2050 soll sie in mehreren Schritten 70 Prozent erreichen. In welchem Ausmaß der "Impact Fare" dazu beitragen wird, dass die Lufthansa Group über diese gesetzlichen Mindestquoten hinaus zusätzliches SAF einsetzt, bleibt abzuwarten.

Ein großer Renner dürfte der ehemals "grüne" Tarif jedenfalls nicht gewesen sein: Seit seiner Einführung im Jahr 2023 haben ihn laut Konzernangaben mehr als fünf Millionen Passagiere gebucht. Allein in den Jahren 2024 und 2025 beförderte die Lufthansa Group insgesamt rund 266 Millionen Reisende. Zwar lassen sich die Zahlen aufgrund der unterschiedlichen Betrachtungszeiträume nicht unmittelbar miteinander vergleichen, doch die Größenordnung deutet darauf hin, dass der Tarif bislang eher ein Nischenangebot im niedrigen einstelligen Prozentbereich geblieben ist.

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