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Flughäfen erhöhen Druck: Flugabgabe soll fallen

Erstellt von Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 19.10.2026

Die Branche warnt vor weiteren Verlusten bei Flugverbindungen und Arbeitsplätzen.

Wolfgang Grimes (links) und Julian Jäger. © Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen

Der Druck auf die Bundesregierung, die österreichische Flugabgabe abzuschaffen, wächst. Nach entsprechenden Forderungen des Wiener Flughafens und Airlines wie AUA oder Ryanair hat sich nun auch die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) für ein Ende der Abgabe ausgesprochen. Der Verband vertritt die sechs österreichischen Verkehrsflughäfen Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt.

Die Branche sieht den heimischen Luftfahrtstandort zunehmend unter Druck. Nach Angaben der AÖV ging das Passagieraufkommen an Österreichs Flughäfen in den Sommermonaten Juli bis September gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent zurück. Gleichzeitig würden Fluggesellschaften Kapazitäten an günstigere Standorte im benachbarten Ausland verlagern.

"Der Flugverkehr verschwindet dadurch nicht, er findet nur woanders statt - und mit ihm wandern Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Tourismus ab", argumentiert AÖV-Präsident und Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger. Die Abschaffung der Flugabgabe würde die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Flughäfen deutlich verbessern.

Boom in Bratislava

Die beiden Flughafen-Wien-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner verweisen auf die aktuell gegenläufige Passagierentwicklung in Wien und Bratislava. Während der Flughafen Wien Rückgänge verzeichnet, legte der slowakische Nachbarflughafen, der lediglich rund 80 Kilometer von Wien entfernt ist, zuletzt deutlich zu. Für die beiden Manager ist das ein Hinweis darauf, dass Airlines ihre Kapazitäten zunehmend an günstigere Standorte verlagern.

Aber auch den ökologischen Nutzen der Flugabgabe stellen Jäger und Ofner infrage. Flugverkehr und die damit verbundenen CO2-Emissionen würden durch die österreichische Steuer nicht zwangsläufig reduziert, sondern lediglich ins Ausland und teilweise auf längere Flugstrecken verlagert. Das sei sowohl wirtschaftlich als auch klimapolitisch kontraproduktiv.

Unterstützung kommt von den Bundesländerflughäfen. AÖV-Vizepräsident und Graz-Airport-Geschäftsführer Wolfgang Grimus betont deren Bedeutung für die regionale Wirtschaft, den Tourismus und die internationale Erreichbarkeit. Angesichts stagnierender Passagierzahlen und des hohen Wettbewerbsdrucks seien Entlastungsmaßnahmen dringend notwendig.

Zwölf Euro pro Passagier

Die österreichische Flugabgabe beträgt derzeit grundsätzlich zwölf Euro pro abfliegendem Passagier. Auf besonders kurzen Strecken unter 350 Kilometern werden 30 Euro fällig. Die seit 2011 bestehende Abgabe wurde mehrfach verändert und zuletzt 2020 neu geregelt. Sie soll neben der Erzielung von Steuereinnahmen auch einen klimapolitischen Lenkungseffekt entfalten, insbesondere indem kurze Flugreisen gegenüber Bahnverbindungen unattraktiver werden.

Die Flughäfen entgegnen, dass eine Abschaffung nicht nur zusätzliche Flugverbindungen und Arbeitsplätze sichern, sondern durch höhere touristische und wirtschaftliche Wertschöpfung auch zusätzliche Steuereinnahmen bringen könnte. Ob diese die wegfallenden Einnahmen aus der Flugabgabe tatsächlich ausgleichen würden, bleibt allerdings offen.

Die Forderung fällt in eine für den österreichischen Luftverkehr schwierige Phase. Am Flughafen Wien sank das Passagieraufkommen im September um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr - ReiseInsider berichtete. Neben den Kürzungen bei den Billigfliegern belasten auch die anhaltenden Auswirkungen der Nahostkrise das Verkehrsaufkommen.

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